Geheimnisse einer schmerzarmen Geburt: #1 Mindset

Wir alle haben ein Bild von Geburten in unserem Kopf. Zumeist beinhaltet dies Schmerzen, Schreien und Krankenhäuser. Das war bei mir nicht anders als ich mein erstes Kind erwartete. Das Problem, wenn man eine schmerzarme Geburt anstrebt ist also, wie man dieses Bild, dass eine Geburt eben schmerzhaft sein muss und dass das auch sinnvoll ist (was viele glauben) aus seinem Verstand und – und das ist ausschlaggebend – seinem Unterbewusstsein verbannt. Denn wenn man das nicht tut, wird man auch keine schmerzarme Geburt erleben, weil man mit Angst in die Geburt hineingeht und diese Angst Anspannung und die Anspannung Schmerz verursacht.

Das erste Geheimnis einer schmerzarmen Geburt ist: das Mindset, also die Einstellung und die Erwartungshaltung mit der man in eine Geburt hinein geht, zu ändern, sodass man zu Beginn der Geburt des eigenen Kindes wirklich daran glaubt, dass eine Geburt nicht schmerzhaft sein muss – und im Gegenteil ein wunderbares und kraftvolles Erlebnis sein kann.

Jetzt wirst du Fragen: Ja, aber wie soll ich denn meine Einstellung ändern? Ich weiß doch, dass Geburten schmerzhaft sind, das waren sie schon immer, jeder erzählt es und – wenn es nicht deine erste Geburt ist wirst du sagen – ich habe es doch selbst  erlebt.

Vor dem gleichen Problem stand ich in meiner zweiten Schwangerschaft auch. Und ich konnte mir zu Anfang auch nicht vorstellen, dass ich diese Überzeugung ablegen könnte. Ein paar Strategien haben mir dabei geholfen, es trotzdem zu schaffen. Und die möchte ich jetzt gerne mit dir teilen.

1. Vorbereitung

Setze Dich mit dem Thema Geburt auseinander. In meiner ersten Schwangerschaft habe ich die Geburt auf mich zukommen lassen. Ich wusste nicht, welche Eingriffe „normal“ sind, also routinemäßig im Krankenhaus durchgeführt werden. Welche ich davon möchte und welche nicht. Ich wusste nicht, wie die Umgebung sich auf die Geburt auswirkt und ich hatte vorher zwar einen Geburtsvorbereitungskurs besucht, wusste aber nicht was da auf mich zukommen würde. In einem gewissen Rahmen kann man das auch einfach nicht wissen, wenn man es noch nicht erlebt hat, aber man kann sich vorbereiten.

2. Affirmationen

Affirmationen sind toll um dein Unterbewusstsein zu beeinflussen, das lernt nämlich durch Wiederholungen. Und wenn du dir wiederholt (nämlich dein ganzes Leben lang schon) anhörst, anliest, ansiehst und erzählt bekommst, dass Geburten schmerzhaft sein MÜSSEN, dann wird deine Geburt schmerzhaft werden.

Affirmationen sind kurze bejahende Sätze, die man täglich für sich selbst still oder laut wiederholt oder sich anhört (wenn man sie sich selbst ausgesprochen, gekauft oder bei YouTube gefunden hat). Sie können in vielen Bereichen des Lebens eingesetzt werden, etwa um dein Selbstvertrauen zu stärken, um Gelassener zu werden oder bestimmte Ziele zu erreichen. Auf die Geburt angewendet sind es etwa Sätze wie „Mein Körper und mein Baby sind gemacht für die Geburt“ oder „Ich lege alle Angst beiseite wenn ich an die Geburt meines Babys denke“. Diese kleinen Sätze, täglich wiederholt prägen sich in Dein Unterbewusstsein ein und verändern unmerklich und Schritt für Schritt Deine Einstellung zur Geburt, voraus gesetzt du wiederholst sie oft genug.

3. Keine Horrorgeburtsgeschichten

Wenn man schwanger ist kommen sie eigentlich automatisch: Geschichten von Horrorgeburten werden Dir im Freundeskreis, in der Familie, im Fernsehen, im Geburtsvorbereitungskurs und sogar im Supermarkt (oft ungefragt) erzählt. Furchtbare Geschichten, die die Frauen oft erzählen, um sie zu loszuwerden und zu verarbeiten. Das Problem ist, wie schon gesagt, dass sich diese Geschichten in Dein Unterbewusstsein einprägen und Du unwillkürlich bei Deiner eigenen Geburt auch Schmerzen erwarten wirst. Widerstehe also der Versuchung, Dir Geburtsberichte in Foren durchzulesen und im Fernsehen anzusehen und bitte jeden, der Dir seine Geschichte erzählen will, es nicht zu tun oder bis nach der Geburt Deines Babys zu warten.

4. Meditation

Meditation ist eine gute Möglichkeit um den eigenen Geist zu beruhigen. Während der Geburt sollte man entspannt sein und möglichst wenig „grübeln“. Das „Grübeln“ sowie alle bewussten Vorgänge in Deinem Kopf werden vom Frontalhirn gesteuert. Dieser Teil Deines Gehirns ist im Alltag natürlich wichtig, weil er plant und analysiert. Leider weiß er nicht, wie man ein Baby zur Welt bringt, das macht ein viel älterer Teil Deines Gehirns, der aber sehr leicht von Deinem Frontalhirn „überstimmt“ werden kann. Meditation beruhigt Deinen Geist und wird Dir helfen mit aufkommenden Ängsten vor und während der Geburt Klarzukommen. Auch eine angstauflösende Hypnose kann Dir helfen.

5. Hypnobirthing-Geburten ansehen

Auf YouTube gibt es unzählige Videos von Hypnobirthing-Geburten. Dort kann man sehen und hören, dass es tatsächlich möglich ist, schmerzarm oder sogar schmerzfrei zu gebären. Die Frauen liegen sehr entspannt und oft regungslos im Wasser, das Licht ist gedimmt und es ist sehr leise, niemand stört sie in ihrer Konzentration durch unnötige Fragen oder Anweisungen. Sie tun was sich für sie richtig anfühlt und bekommen ihr Kind entspannt und ohne lautes Schreien. Wenn man sich diese Videos ansieht, begreift man Stück für Stück, dass es wirklich möglich ist so zu sein Kind auf die Welt zu bringen. Es gibt im netz auch viele geschriebene Geburtsberichte, die man sich durchlesen kann und die das ebenso zeigen, meinen eigenen findest Du hier.

6. Du bist nicht anders

Der letzte Schritt ist, Dir klar zumachen, dass Du biologisch gesehen nicht anders bist als diese Frauen in den Videos und die Verfasserinnen der Geburtsberichte. Deine Gebärmutter ist nicht anders, Dein Baby ist nicht anders. Du hast die gleichen Voraussetzungen wie diese Frauen, wie ich auch. Ich habe beides erlebt, eine sehr schmerzhafte und schmerzarme Geburt und meine Biologie war keine grundlegend andere zwischen den zwei Geburten.

Wir Frauen sind dazu gemacht, zu gebären und wir müssen darunter nicht leiden.


Wenn mein Beitrag Dir gefallen hat, dann lass es mich wissen, darüber würde ich mich sehr freuen.  Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, dann schreibe mir doch gern einen Kommentar oder kontaktiere mich direkt. Vielleicht bist Du selbst gerade schwanger und hast Angst vor der Geburt Deines Babys? Ich würde mich freuen, Dir persönlich helfen zu können.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft auf Deinem Weg.  – Susanne

4 Gedanken zu “Geheimnisse einer schmerzarmen Geburt: #1 Mindset

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