Immer mit der Ruhe: Der erratene Termin

Es ist die magische Zahl, das magische Datum zu Beginn einer Schwangerschaft auf das man automatisch hinfiebert, wenn man sich erstmal der Schwangerschaft bewusst ist: der „errechnete Termin“, abgekürzt ET. Eine „genormte“ Schwangerschaft dauert 280 Tage nach der letzten Regelblutung. Den ET kann man zum Beispiel mit einem Rechner im Internet einfach selbst berechnen, wenn man das Datum der letzten Regelblutung kennt. Hier zahlt es sich aus, wenn man schon zuvor einen Überblick über den eigenen Zyklus und weiß, wann der Eisprung stattgefunden hat. Wenn Du von Dir selbst weißt, dass Dein Eisprung verschoben war, dann ist es sinnvoll, das in die Berechnung des ET bzw. des Schwangerschaftsalters miteinzubeziehen. Denn ein um einige Tage verschobener Eisprung macht am Ende der Schwangerschaft vielleicht den Unterschied zwischen einer eingeleiteten oder einer natürlich begonnenen Geburt aus. Oder im umgekehrten Fall macht er den Unterschied zwischen einer Hausgeburt und einer Klinikgeburt aus, weil das Baby statt bei 37+0 schon bei „36+3“ kommt. 

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Mein {Liebster Award}

Wow, ich wurde für einen „Liebster Award“ nominiert von der lieben MotherBirth (wenn ihr ihren Blog noch nicht kennt, schaut auf jeden Fall mal vorbei! Es geht um ihre Geburten, die wie meine sehr unterschiedlich waren und darum wie sie sie verändert haben. Außerdem schönes und lustiges aus ihrem Leben mit ihren beiden Kids und ihrem Herzmann). Danke, Du Liebe!

1. Einsamkeit – was bedeutet sie für dich?

Als Mama von zwei Söhnen ist man nicht so oft Einsam. Und während ich früher wirklich nicht gern allein war, genieße ich jetzt die freie Zeit, die Ruhe und dass niemand Chaos macht ;D

2. Kälte des Nordens oder Wärme des Südens?

Definitiv Wärme. Ich kann mit Wärme nicht besonders gut umgehen, aber Kälte kann ich noch weniger ab ;) Ich hab am liebsten 20-28 °C ;) Trotzdem, wenn ich wählen müsst, wäre es Wärme.

3. Hälst du Monogamie für die beste Art der Paarbeziehung? Und warum?

Ich denke nicht, dass es die eine beste Art Beziehung gibt. Die Beste Art ist die, mit der alle in der Beziehung glücklich sind. In welcher Konstellation, das muss jeder selbst wissen. Wenn Leute in einer polyamorösen Viererbeziehung leben wollen und damit glücklich sind, bin ich die letzte, die da was dagegen hat. Ich bin in meiner stinknormalen monogamen Heteroehe ganz zufrieden ;)

4. Welche positiven und negativen Charaktereigenschaften haben deine Kinder bei dir an Tageslicht gezerrt ;-) ?

Negativ: Ich war schon immer ungeduldig, leider machen zwei kleine Jungs, die ihren eigenen Kopf haben, das nicht unbedingt leichter ;)

Positiv: Ausdauer. Ich denke, trotzdem ich manchmal ungeduldig mit ihnen bin, lehren Kinder einen doch Ausdauer. Und jeden Tag weiter zu machen. Und jeden Tag aufs Neue ;)

5. Bevor du Mutter/Vater wurdest, hattest du bestimmt einige Sachen, die du auf gar keinen Fall machen wolltest. An welche hast du dich im Nachhin nicht gehalten?

Ich wollte auf gar keinen Fall einen Schnuller und eine Flasche geben. Je ein Sohn bekam dann aber die Flasche (nach 9 Monaten stillen) und der andere seinen heiß geliebten Nunni (schon ziemlich am Anfang). Beide haben es überlebt und es zeigt: Man kann sich einen Plan machen, aber die Kinder haben auf jeden Fall ihren eigenen ;)

6. Was macht für dich einen sicheren Geburtsort aus?

Dass ich selbstbestimmt entscheiden kann, welche Interventionen ich möchte und welche nicht und dass darauf Verlass ist, dass ich mit meinen Bedürfnissen und Meinungen in jedem Moment respektiert werde ohne dafür kämpfen zu müssen.

7. Wein, Bier oder kein Alkohol?

Früher Bier und Wein gleichberechtigt, heute fast gar kein Alkohol mehr (ist auch verdammt teuer in Irland ;) ).

8. Was sind deine Stärken?

Ich denke, ich kann mir sehr gut Dinge selbst beibringen und mir erarbeiten.

9. Was sind deine Schwächen?

Meine größte Schwäche ist sicherlich, dass ich mich selbst nicht vollkommen annehmen kann und mich zu negativ sehe. Aber ich arbeite daran.

10. Ist Deutschland kinderfreundlich? Und warum?

Ich denke mittlerweile (da ich seit fast einem Jahr in Irland lebe), Deutschland ist gar nicht so kinderunfreundlich wie man immer denkt. Was wir hier für Schule und KiTa ausgeben, ist wirklich horrend im Vergleich zu Deutschland und es gibt auch weniger Unterstützung (Elternzeit, Kindergeld, Elterngeld etc.). Trotzdem hat Irland die höchste Geburtenrate Europas. Und die Leute sind freundlicher, auch, aber nicht nur zu Kindern.

11. Bist du eher ein Stadtmensch, liebst du das Dorfleben oder bist du bei dieser Frage zwiegespalten?

Ich bin in der Stadt aufgewachsen und habe nie in einer Stadt unter 100.000 EW gelebt. Ich bin also definitiv ein Stadtmensch.

 

Ich nominiere (und ich weiß nicht, ob die drei die Nominierung überhaupt wollen und ob sie „klein“ genug sind für diesen Award, aber ich finde ihre Blogs einfach spitze und möchte sie deshalb hier verlinken – unbedingt mal vorbei schauen):

Tabea von Mama-Baby-Vision – auf Tabeas Blog geht es um Schwangerschaft, Geburt und Stillen. Als Kinderkrankenschwester und Mama hat sie dazu jede Menge Expertise.

Sina Jasurs Blog – Sina schreibt über Minimalismus (auch mit Kindern), unabhängiges Arbeiten und vegane Lebensweise. Ein Blog zum Horizonterweitern.

Jen von Happy Healthy Raw – Jen hat schon jede Menge Leser, aber ich nominiere sie trotzdem, weil ich ihren Blog einfach mag. Jen ist Heilpraktikerin und hat ihren Hashimoto mit einer veganen Rohkosternährung geheilt. Sie ist absolut sympatisch und bietet auch Online-Coaching an.

 

Hier sind meine 11 Fragen an die nominierten:

1) Gibt es ein Buch, dass Dein Leben verändert hat?

2) Wieso hast Du mit Bloggen angefangen?

3) In einem Satz: worum geht es auf Deinem Blog?

4) Dein Liebster oder wichtigster Artikel auf Deinem Blog?

5) Wieviel Zeit verbringst Du mit Deinem Blog und allem was damit zu tun hat?

6) Wie hat Deine Geburt Dein Mama-sein beeinflusst?

7) Wie hat Dich das Mama-sein im Positiven verändert?

8) Wie sieht für Dich der perfekte Tag aus?

9) Was machst Du am liebsten außer Bloggen?

10) Was hast Du gelernt/studiert?

11) Wofür bist Du besonders dankbar?

 

Die Regeln:

  • Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  • Wenn Du magst, verlinke deine Antwort unten im Kommentar.
  • Nominiere 3 – 5 weitere Blogger für den Liebster Award.
  • Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.
  • Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

 

 

 

 

Geburtsplan

Life is what happens to you while you’re busy making other plans.

  • John Lennon

Wir planen unser ganzes Leben durch, manche von uns mehr manche von uns weniger. Wir wollen Sicherheit – und das wollen wir natürlich auch für die Geburt. Natürlich ist eine Geburt als solche nicht besonders gut planbar – gerade wenn es die erste ist, steht man vor einem riesigen Fragezeichen und weiß nicht, was da auf einen zukommen wird. Wenn es um einen „Geburtsplan“ geht, winken deshalb viele ab und verweisen auf die ohnehin schlechte Planbarkeit dieses Ereignisses (so wie ich bei meiner ersten Geburt). Was soll man sich vorbereiten, wenn am Ende eh alles anders kommt?

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Die Macht der Verletzlichkeit

Verletzlichkeit ist ein Schatz. Oft kommt das uns natürlich nicht so vor. Und in der Schwangerschaft sind viele von uns noch verletzlicher als sonst. In der Schwangerschaft öffnen wir uns. Wir öffnen uns körperlich, wir öffnen uns emotional. Dadurch werden wir natürlich auch sehr verletzlich, viel mehr noch als wir es normalerweise sind. Diese Offenheit aber sollten wir begrüßen, nicht bereuhen. Wir öffnen uns, weil wir ein neues Leben in Empfang nehmen wollen und dafür brauchen wir emotionale Offenheit.

Wenn wir dann noch eine Idee haben, die Abseits der ausgetretenen Pfade liegt, etwa unser Baby zu Hause oder mit Hilfe von Hypnobirthing zur Welt zu bringen und davon aus gutem Grund sehr begeistert sind, dann bieten wir durch unsere Begeisterung eine große Angriffsfläche für Kritik (und sei diese noch so unberechtigt) – und das in einem Stadium großer Verletzlichkeit. Diese Kritik zu hören, gerade weil sie oft unsachlich vorgetragen wird, ist oft hart. Und oft sind wir dann versucht, in der gleichen Weise wie uns diese Kritik trifft zurück zu schlagen.

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Alles zu seiner Zeit: Abnabeln

Die Nabelschnur verbindet dein Baby mit deinem Blutkreislauf. Es wird mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Außerdem werden Abfallstoffe und Kohlendioxid abtransportiert. Ist ja klar, weiß doch jeder. Deshalb hat ja auch jeder Mensch einen Bauchnabel. Und nach der Geburt? Da kann das Kind ja selbst atmen und auch bald Nahrung aufnehmen, so dass die Nabelschnur nicht mehr gebraucht wir. Auch klar… Oder?

Bei meinem ersten Sohn wurde im Krankenhaus direkt nachdem er geboren war, die Nabelschnur durchgeschnitten. Die anwesende Ärztin wollte den pH-Wert kontrollieren um einen Sauerstoffmangel auszuschließen, weil unser Sohn die Nabelschnur um den Hals gewickelt hatte. Er schrie prächtig und war auch nicht übermäßig blau, trotzdem wurde er direkt nach der Geburt abgenabelt. Ich war so geschafft von meiner Geburt, dass ich, selbst wenn ich Einwände gehabt hätteich hätte sie gar nicht äußern können, so schnell ging das. Auch meine Beleghebamme erhob (leider) keinen Einspruch. Aus heutiger Sicht würde ich das etwas anders handhaben.

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Warum Hypnobirthing nicht nur für Hippies ist und warum die Hebammenfrage uns alle etwas angeht

Wieso haben Geburten eigentlich keine Lobby? Jeder wurde ja mal geboren, die meisten von uns sind Eltern, Großeltern oder ziehen zumindest in Betracht, einmal ein Baby zu bekommen – ob als Frau selbst oder als Partner. Trotzdem interessieren sich nur wenige für die Belange der Hebammen und deren prekäre wirtschaftliche Situation. Irgendwie werden die Babys ja trotzdem geboren, auch wenn nur eine Hebamme für fünf Frauen gleichzeitig im Kreißsaal verantwortlich ist. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Zeit in der Hebammen wichtig sind so kurz ist und gleichzeitig so viel passiert, dass wir die Arbeit, die diese Frauen leisten, gar nicht wirklich würdigen können.

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„Hausgeburten sind einfach …

… – Mütter, die ins Krankehaus gehen, sind die, die mutig sind“. Das ist der Titel eines Artikels, erschienen im letzten Dezember im britischen Telegraph. Dieser Satz spricht mir aus der Seele. Wenn man eine Hausgeburt plant, ist man leider in den Augen von fast allen (die sich nicht damit beschäftigt haben) nicht  mutig, sonder eher verrückt und leichtsinnig.

Am Beginn meiner ersten Schwangerschaft stand fest, ohne jeden Zweifel: natürlich gehe ich ins Krankenhaus, ist doch klar. Ich hatte darüber nicht weiter nachgedacht, weil es doch normal ist, dass man ins Krankenhaus geht, das machen alle so, das muss gut so sein (dass das in vielen Fällen nicht zutrifft war mir damals noch nicht bewusst). Außerdem ist es doch viel zu riskant im Geburtshaus oder gar zu Hause zu entbinden. So dachte ich damals, vor knapp sechs Jahren. Es war mir aber damals schon klar, dass ich eine natürliche Geburt und auch keine wildfremde Hebamme bei der Geburt dabei haben wollte. Deshalb lies ich mich von den Beleghebammen des wundervollen Geburtshauses in Jena betreuen und plante meine Geburt im Klinikum Weimar. Während meiner Schwangerschaft und durch den Kontakt mit den Geburtshaushebammen dämmerte es mir, dass außerklinische Geburten tatsächlich nicht mit mehr Risiko behaftet sind, als Klinikgeburten (Statistiken dazu gibt es hier). In meiner zweiten Schwangerschaft war dann klar, ich möchte mein Baby außerklinisch bekommen. Aber wieso eigentlich?

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