CTG in der Schwangerschaft und unter der Geburt

Das CTG (Cardio (Herz) Toko (Wehe) Gramm) kennt jede Schwangere aus der Vorsorge beim Frauenarzt oder der Hebamme. Routinemäßig werden beim CTG-Schreiben die Herztöne des Babies und eventuell auftretende Wehentätigkeit aufgezeichnet, das sorgt für ein sicheres Gefühl beim Arzt und der werdenen Mama. Und unter der Geburt ist ein CTG unabdingbar für eine sichere Überwachung, weshalb in den meisten Kreißsälen heute mittels der beiden Sonden, die auf dem Bauch fest geklemmt werden, dauerüberwacht wird. Und das ist auch gut so – oder?

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Der Angst-Spannungs-Schmerz-Zyklus während der Geburt

Was Du nicht weißt, kann weh tun, deshalb ist es so wichtig, dass Du Dich gut auskennst und weißt, wie Dein Körper während der Geburt funktioniert. Darum gibt es heute eine Info-Grafik zum Thema Angst-Spannungs-Schmerz-Zyklus während der Geburt.

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Einmal Kaiserschnitt – immer Kaiserschnitt?

2014 kamen 31 % aller Babies in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Das bedeutet, dass ein hoher Prozentsatz von Frauen in einer etwaigen folgenden Schwangerschaft vor der Frage steht, ob sie wieder per Kaiserschnitt entbunden werden oder ob sie es bei dieser Geburt mit einer natürlichen Geburt versuchen will (englisch VBAC – Vaginal Birth After Cesarean), vielleicht sogar zu Hause (HBAC, Home Birth After Cesarean) oder nach zwei oder mehr Kaiserschnitten (VBA2C). Viele Frauen trauen sich dies aber gar nicht zu oder ihnen wird gleich zu Beginn der Schwangerschaft zu einem geplanten Kaiserschnitt geraten. Wie gefährlich ist eine VBAC? Und ist der geplante Kaiserschnitt wirklich immer die beste Alternative?

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Warum Hypnobirthing nicht nur für Hippies ist und warum die Hebammenfrage uns alle etwas angeht

Wieso haben Geburten eigentlich keine Lobby? Jeder wurde ja mal geboren, die meisten von uns sind Eltern, Großeltern oder ziehen zumindest in Betracht, einmal ein Baby zu bekommen – ob als Frau selbst oder als Partner. Trotzdem interessieren sich nur wenige für die Belange der Hebammen und deren prekäre wirtschaftliche Situation. Irgendwie werden die Babys ja trotzdem geboren, auch wenn nur eine Hebamme für fünf Frauen gleichzeitig im Kreißsaal verantwortlich ist. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Zeit in der Hebammen wichtig sind so kurz ist und gleichzeitig so viel passiert, dass wir die Arbeit, die diese Frauen leisten, gar nicht wirklich würdigen können.

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Offener Brief an Herrn Gröhe, Gesundheitsminister BRD und an die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Frau Dr. Pfeiffer

Erfurt, Freitag der 25. September 2015
Sehr geehrter Herr Gröhe,
sehr geehrte Frau Dr. Pfeiffer,
Heute schreibe ich Ihnen als Mutter zweier Söhne, geboren 2010 im Krankenhaus mit Hilfe einer Beleghebamme und 2013 zu Hause ebenfalls mit Hilfe einer Hebamme. Meine zweite Geburt war ein wunderschönes schmerzarmes Erlebnis, das nur durch die Arbeit meiner Hebamme in dieser Form ermöglicht wurde.
Erschüttert muss ich in den letzten Monaten beziehungsweise Jahren feststellen, wie sich die Situation unserer Hebammen immer mehr dramatisiert und wie sie trotz Versprechungen Ihrerseits und anderer Politiker nicht besser wird.
Ich frage Sie, wie Sie sich sichere Geburten in Zukunft vorstellen? Denken Sie tatsächlich, Klinikgeburten wären sicherer als Hausgeburten? Kennen Sie die Statistiken nicht? Kennen Sie nicht die Situation in den Krankenhäusern, wo es vorkommen kann, dass sich eine Hebamme um fünf Gebärende gleichzeitig kümmern muss? Letzten Dienstag gab es dazu beim ZDF einen interessanten Fernsehbeitrag. Ich möchte keines meiner Kinder unter diesen Umständen auf die Welt gebracht haben.
Gerade heute wurde beschlossen, dass ab dem dritten Tag der Terminüberschreitung erst ein Arzt einer Hausgeburt zustimmen muss. Ich frage Sie, auf welcher Grundlage ein solcher Beschluss gefasst wird? Unsere Körper sind keine Präzionsmaschinen. Schwangerschaft ist ein natürlicher Prozess, der Schwankungen in der Länge unterliegen kann. Ich frage mich, ob sie die Blüten ihn ihrem Garten gewaltsam öffnen, weil sie nicht wie ihre Nachbarinnen schon erblüht sind? Wir sind biologische Wesen und die Natur hält sich nicht an Ihre Zeitpläne.
Wissen Sie wie das Schwangerschaftsalter berechnet wird? Oftmals wird dazu das Datum der letzten Periode genutzt. Aber noch mal: wir sind keine Maschinen und der weibliche Zyklus ist Schwankungen unterworfen. Eine verlängerte erste Zyklushälfte bedeutet deshalb eigentlich einen späteren Beginn der Schangerschaft. Oftmals wird der errechnete Termin deshalb zu früh angesetzt. Die Berechnung via Ultraschall ist übrigens ganz genauso fehleranfällig.
Und was bedeutet das dann nach den Regeln der Geburtsmedizin (und den neuen verschärften Regeln um so mehr?). Es bedeutet, dass Frauen zu früh vollkommen unnötig untersucht und eingeleitet werden, was nicht selten in einem Kaiserschnitt endet. In Deutschland wird jedes dritte Kind per Kaiserschnitt entbunden. Gibt Ihnen das nicht zu denken? Kaiserschnitte sind nicht nur gefährlicher für Mütter und deren Folgeschwangerschaften, sie sind auch von Nachteil für die Neugeborenen und, und das sollte Ihnen beiden wirklich nicht egal sein, sie sind auch noch doppelt bis sieben mal so teuer wie natürliche außerklinische Geburten. Von der Differenz könnten jede Menge Haftpflichtprämien bezahlt werden.
Sehen sie nicht, dass sie mit ihren Entscheidungen nicht nur die Frauen ihrer Selbstbestimmung und eines kraftvollen Erlebnisses berauben, sondern auch einen ganzen Jahrtausende alten Berufsstand zu Grunde richten? Sehen Sie nicht dass sie außerdem die horrenden Ausgaben im Gesundheltssystem weiter in die Höhe treiben obwohl Sie doch vom deutschen Volk dazu angestellt sind eben das Gegenteil zu tun?
Bitte werfen Sie doch mal einen Blick nach England, wo der National Health Service jetzt seine Richtlinien geändert hat und wo für gesunde Frauen, hebammenbetreute Geburten empfohlen werden, weil sie genauso sicher und mit weniger Komplikationen verbunden sind.
Lieber Herr Gröhe, liebe Frau Dr. Pfeiffer, es ist nicht egal wie wir geboren werden! Junge Familien brauchen einen sanften Start in das gemeinsame Leben, und dazu brauchen wir Hebammen und die Möglichkeit zu einer selbstbestimmten Geburt. Hebammen sind kein Luxus, sie machen nicht einfach nur die Arbeit von Ärzten, man kann sie nicht wegrationalisieren und glauben, das sei folgenlos!
Bitte greifen Sie ein, Retten Sie unsere Hebammen und ermöglichen Sie Frauen ein Recht auf die Wahl ihres Geburtsortes!
Mit freundlichen Grüßen,
Susanne Schilling

Geheimnisse einer schmerzarmen Geburt: #3 Der Geburtspartner

Die wenigsten Dinge im Leben kann man alleine schaffen. Man muss sich Unterstützung holen und für eine schmerzarme Geburt gilt das wohl noch mehr als für andere Ziele. Man braucht einen Partner, einen Vertrauten, der einem zur Seite steht, schützt, unterstützt und sich am Ende natürlich mit einem freut wenn das Baby auf der Welt ist. Dieser Geburtspartner muss nicht der Vater des Kindes sein. Viele Väter fühlen sich heute dazu gezwungen (durch Druck von Außen und „weil man es halt heute so macht“) bei der Geburt dabei zu sein. Auch mein Mann war bei den Geburten unserer Söhne dabei, weil er selbst das wollte. Wenn ein Mann sich entschließt bei der Geburt des Kindes dabei zu sein, ohne das wirklich selbst zu wollen, und vielleicht nur um der Erwartung der Außenwelt oder seiner Partnerin gerecht zu werden, tut er in meinen Augen weder ihr noch sich einen Gefallen. Wenn während der Geburt die Frau eher ihren Partner als umgekehrt unterstützen muss, oder die Hebamme mit einem aufgeregten Vater mehr zu tun hat als mit der Gebärenden, dann ist es besser, sich einen anderen Geburtspartner zu suchen. Und es ist als Mann keine Schande, nicht bei der Geburt dabei zu sein. Eigentlich ist ja Geburt schon immer Frauensache gewesen, deshalb sind ja auch die wenigsten Geburtshelfer männlich (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel und ich bin sicher, diese Ausnahme-Männer sind wundervolle Begleiter).

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Hypnobirthing 1×1

Was ist Hypnobirthing?

Hypnobirthing ist eine Methode, die von Marie Mongan entwickelt wurde, sie hat die Ideen von Grantly Dick-Read übernommen und bei ihren eigenen Geburten in den fünziger und sechsziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts angewandt (gegen den Widerstand ihrer Ärzte und Schwestern). Sie verhilft durch verschiedene Techniken, allen voran Hypnose, Frauen zu einer schmerzarmen ruhigen Geburt. Auch wenn der Name erstmal nicht so einladend auf viele Menschen wirkt (ich habe dafür einigen Spott geerntet), die Methode funktioniert, das weiß ich aus eigener Erfahrung und es gibt wissenschaftliche Studien, die ebenfalls darauf hinweisen [1,2]. Der Hypnobirthing-Ansatz ist folgender: Geburt als physiologischer Vorgang muss nicht schmerzhaft sein und erst ein Angst-Spannungs-Schmerz-Zyklus während der Geburt führt dazu, dass Geburten allgemein als sehr schmerzhaft erlebt werden. Dieser Zyklus wird unter anderem durch angstauflösende Hypnosen während der Schwangerschaft und unter der Geburt, durch Affirmationen und eine ganz bestimmte Atemtechnik durchbrochen.

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Privacy – oder: Was mir mein Sohn über Geburt beigebracht hat

Die Länge der Geburt ist proportional zur Anzahl der anwesenden Personen.

– Michel Odent

Wir leben ja in Dublin und als mein großer Sohn kürzlich mitten in der Stadt ein dringendes Bedürfnis hatte, lies sich weit und breit keine öffentliche Toilette finden. Kurzerhand hob ich ihn etwas abseits auf ein Hochbeet und sagte ihm, er sollte jetzt Pipi machen. Von so weit oben konnte er aber alle Menschen auf dem Platz sehen (sie ihn aber nicht) und meinte verzweifelt zu mir: „Mama, es geht nicht, die ganzen Leute!“ Das kann sicher jeder gut nachvollziehen. Ich sagte dann zu ihm, er solle die Augen schließen und sich vorstellen, er sei allein. Und schon funktionierte es. Er war selbst davon überrascht. Mit geht es übrigens mit Stuhlgang auf öffentlichen Toiletten ähnlich, vielleicht kann das der ein oder andere von euch ebenso nachfühlen. Was hat das jetzt Geburt zu tun?

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Geheimnisse einer schmerzarmen Geburt: #2 Atmung

Als ich während meiner ersten Schwangerschaft vom Vertönen hörte, dachte ich: naja, so laut wirst Du schon nicht sein. So laut wie unsere Hebamme uns das im Geburtsvorbereitungskurs vormachte. Ich fing dann aber schon recht zeitig unter meiner ersten Geburt zu tönen an und auch sehr laut, da die Schmerzen immer schlimmer wurden und ich so wenigestens ein wenig davon „rauslassen“ konnte. Ich tönte und wurde gelobt von meiner Hebamme, wie gut ich das machte. Zwischen den Wehen wurde ich dann leider immer kurzatmiger und panischer – aus Angst vor der nächsten Wehe. Das führte so weit, dass ich später im Krankenhaus eine Art Sauerstoffmaske bekam, weil die Hebammen besorgt waren, das Baby würde nicht mehr gut mit Sauerstoff versorgt werden.

Erst während meiner zweiten Schwangerschaft lernte ich die richtige Atmung für die Geburt und ich denke mittlerweile, dass sie wirklich ein Schlüsselelement einer normalen physiologischen und schmerzarmen Geburt ist. Die Atmung hat dabei mehrere Funktionen in verschiedenen Abschnitten der Geburt.

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